Ein Tag in Safaga, Ägypten

14. Oktober 2011
Hafen von Safaga, Ägypten

Als eines der ersten Kreuzfahrtschiffe nach der Revolution 2011  legt MS Astor in Ägypten im Hafen von Safaga an. Die Stadt liegt etwa 60 Kilometer südlich von Hurghada am Roten Meer. Safaga ist einer der ältesten Häfen des Roten Meeres, er wurde bereits in den Zeiten der Pharaonen eingerichtet. Der Name Safaga kommt aus dem Arabischen und bedeutet „staubige Winde kommen“, die Stadt liegt entlang eines Wüstenstreifens zwischen Gebirge und Meer.


Heutzutage hat der Tourismus den Ort im Griff. Normalerweise. Die Strände vor Ort sind herrlich, und zum 230 Kilometer entfernten Luxor gehen regelmäßig Ausflüge. Mächtige Hotelanlagen, Restaurants und Souvenirläden bestimmen das Gesicht von Safaga. Vor der Revolution haben die meisten der 25.000 Einwohner direkt oder indirekt im Fremdenverkehr gearbeitet. Doch seit den politischen Unruhen bleiben die Besucher fern. Als wir durch Safaga fahren, herrscht Leere in den staubigen Straßen. In den Restaurants sind die Tische nicht gedeckt, die Türen der Andenkenläden bleiben geschlossen. Ägypten lockt Reisende aus Europa mit einem reichen kulturellen Erbe, schönen Stränden und Tiefpreisen – eine Fünf-Sterne-Übernachtung gibt es häufig schon für 15 Dollar, und es sind dann keine geschönten Fünf Sterne, sondern purer Luxus. Aber nur wenige Urlauber wagen sich so kurz nach dem Umsturz hierher.

Der vielleicht schönste Strand der Reise in Safaga, Ägypten

Der vielleicht schönste Strand der Reise in Safaga, Ägypten

Wir möchten heute einen letzten Tag am Strand verbringen. Wir fahren ins Intercontinental Hotel, nur gut eine Viertelstunde vom Hafen entfernt. Vor uns baut sich ein riesiger Hotelkomplex auf: Das Fünf-Sterne-Hotel hat eine pompöse Lobby und eine beeindruckende Poollandschaft. Doch die Kreuzfahrer sind fast die einzigen Gäste hier. In den meisten Zimmern sind die Vorhänge zugezogen. Dort wohnt niemand. Auch an dem wunderschönen Sandstrand des Hotels ist niemand außer unserer Gruppe. Der Anblick zeigt eine Szenerie wie aus einem Urlaubskatalog: Der Sand hat eine kräftige, gelb-rötliche Farbe. Das Wasser strahlt in tiefem Türkis und Dunkelblau. Darauf bewegen sich weiße Jachten und Segler im frischen Wind. Die Strohschirme spenden Schatten vor der afrikanischen Sonne und Palmenkronen zieren die Landseite. Ein Einheimischer reitet auf seinem Esel an uns vorbei.

Katharinas Logbuch: Dieser Strand ist einer der schönsten auf unserer Reise, ein wahrer Traumstrand. Die prächtigen Farben sind eine Faszination für die Sinne. Und natürlich lädt das herrliche Wasser zum Baden ein. Schnell schlüpfe ich aus meinem Kleid und will in die Fluten springen. Doch nachdem mein Fuß das Wasser berührt, schrecke ich zurück: Es ist kalt. Eiskalt. Das Wasser hat nur etwas über 20°C. Für uns, die wir nun Badewannentemperatur aus Asien gewöhnt waren, ein Schock. Aber das Meer ist hier glasklar. Direkt am Ufer schwimmen Schwärme kleiner Fische. Langsam wage ich mich tiefer hinein und genieße das erfrischende Bad. Doch lange halte ich es nicht aus. Dann muss ich mich in der Sonne wärmen. Doch auch hier weht ein frischer Wind. Dieser Tag ist wohl der erste Tag, an dem wir nicht schwitzen.

Thomas’ Logbuch: Einfach wunderschön. Für mich der schönste Strand der Reise. Nach einer kurzen Kälte-Überwindung treibe ich im kristallklarem Wasser, blicke auf den Strand mit seinen Palmen und im Hintergrund in der Entfernung türmt sich das Gebirge auf, vor dem die Wüste liegt. Ein fantastischer Anblick, den es nur hier zu sehen gibt. Die einzigartige Kombination von Meer, Strand, Wüste und Gebirge. Diesen Anblick werde ich sicherlich nie vergessen.

Das alte Ägypten. Ägypten steht für Kemet, was übersetzt „Schwarzes Land“ bedeutet. Das geht auf den fruchtbaren schwarzen Schlamm zurück, den der Nil im Delta während seiner alljährlichen Überflutung anschwemmt. 6000 v. Chr. begannen die Menschen im alten Ägypten, Viehzucht zu betreiben; 5000 v. Chr. setzte der Ackerbau ein. Das ermöglichte es, mehr Menschen zu ernähren. Allerdings waren die Felder nur nach der Nilschwemme fruchtbar, weshalb für die übrige Zeit Bewässerungsgräben angelegt wurden. Dies war nur in der Gemeinschaft möglich. Diese unterschiedlichen Gemeinschaften bekriegten sich jedoch, bis der Fürst Menes Ober- und Unterägypten vereinte. Menes war damit der erste Herrscher Ägyptens, der Pharao (= großes Haus). Er erhielt einen Großteil der Ernte und konnte mit seinem Reichtum auch Dinge fördern, die nicht direkt dem täglichen Überleben dienten – etwa Architektur und Bildhauerei. Dies setzte den Startpunkt für die kulturelle Entwicklung, die sich insbesondere in einem ausgeprägten Totenkult äußerte. Der Pharao galt schon früh als gottartig und der Mittler zwischen den Welten. Mittelpunkt des Lebens war ein Tempel, den das ordinäre Volk nicht betreten durfte, sondern nur Priester. Auf dem Dach des Tempels befand sich ein Himmelsobservatorium. Medizinisch waren die Ägypter soweit, dass sie Brüche richten konnten und Amputationen durchführten. Der Glaube an schützende Geister begrenzte jedoch das medizinische Wissen.

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