Der Unterschied zwischen Taiwan und China, 67. Tag

4. September 2011
Sonnenuntergang in der Bucht von Kaohsiung
Sonnenuntergang in der Bucht von Kaohsiung

Sonnenuntergang in der Bucht von Kaohsiung

Brrrr – es wird kalt! Wir sind wieder so richtig auf der Nordhalbkugel, etwa auf der Höhe der Kanaren, und im Norden ist ja noch Winter. Draußen sind es nur noch 19 Grad. Skandal! Aber ohne Scherz: Es ist etwas zu kalt, um draußen zu frühstücken. Denn heute Morgen sind wir früh wach, weil wir gleich schon zu einer anderen Temperaturmessung müssen – der Körpertemperatur.

Denn die chinesischen Behörden in Guangzhou, unserem nächsten Hafen am morgigen Tag, fordern dies. So muss der Bordarzt die Körpertemperatur jedes Passagiers mit einem Ohrthermometer messen. Und das ist in einer guten Stunde für 450 Passagiere sogar überraschend einfach zu schaffen. Es gibt keine Verzögerung. Aber wir merken damit natürlich schon den ersten großen Unterschied zwischen den Vorbereitungen und dem herzlichen Empfang in Taiwan und dem, was uns nun in China erwartet.


Volksrepublik China. Die Republik China ist Taiwan, die Volksrepublik China ist das, was wir unter China kennen. Es ist das von der Fläche her der größte Staat in Ostasien und der viertgrößte der Erde (nach Russland, Kanada und den USA). Hier lebt ein Fünftel der Weltbevölkerung (1,3 Milliarden), es ist damit das bevölkerungsreichste Land der Erde. 1949 lebten in China noch nur 540 Millionen Menschen. In den 50er Jahren stieg die Bevölkerungszahl trotz schlechter sozialer Lage stark an. Mao Zedong hielt es für einen mächtigen Staat wichtig, viele Einwohner zu haben. Ende der 70er galt die Überbevölkerung als Hindernis, seit 1979 gilt die Vorschrift, dass Familien nicht mehr als ein Kind haben dürfen – sonst müssen sie Strafe zahlen. Die statistische Kinderzahl pro Frau liegt bei 1,7. Es wird geschätzt, dass durch die Geburtenkontrolle 300 Millionen Geburten verhindert wurden. Für 2030 geht man davon aus, dass China den Gipfel der Bevölkerung mit 1,46 Milliarden Menschen erreichen wird, für danach rechnet man mit einem Rückgang. Viele Regionen weisen die dichtesten Besiedelungen auf. Nach einem Menschenrechtsbericht der UN lebten 2007 mehr als ein Drittel der Chinesen von weniger als 2 Dollar pro Tag – bei einer Kaufkraftparität zu Europa. 300 Millionen Chinesen in den ländlichen Regionen haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Religionen/Überzeugungen: Über 90 Prozent der Bevölkerung sind Han-Chinesen, die anderen 10 Prozent machen 55 offiziell anerkannte Minderheiten aus. China ist offiziell ein laizistischer Staat, wobei das Recht auf Religionsfreiheit in der Verfassung verankert ist. Praktisch sind der Religion jedoch Grenzen gesetzt. Es ist zum Beispiel in Kirchen nicht erlaubt, politische Kommentare abzugeben. Die fünf anerkannten Glaubensgemeinschaften sind Buddhismus, Daoismus, Islam, Katholizismus und Protestantismus. Zu den seltenen einheimischen Tierarten gehören unter anderem der südchinesische Tiger und der große Panda. Schätzungsweise 1600 Pandas gibt es noch.

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