Seetag, Indischer Ozean, 92. Tag

10. September 2011
Bilder, wie sie eine Kreuzfahrt schreibt
Bilder, wie sie eine Kreuzfahrt schreibt

Bilder, wie sie eine Kreuzfahrt schreibt

Auf jedem Reiseabschnitt gibt es einmal ein Frühshoppen hinten auf dem Pooldeck. Heute ist es mal wieder soweit, weil ein neuer Reiseabschnitt kürzlich erst angebrochen ist. Und jedes Mal gibt es, wie es heißt, das beste Bier der Welt, das Freibier. Wir halten es aber wie die Crew. Der Captain und seine Offiziere stoßen zwar mit tollen Bierkrügen mit an, gefüllt sind sie jedoch mit Apfelsaft oder Apfelschorle – dann halten sie länger durch als die Passagiere. Und im Dienst Alkohol geht natürlich nicht. Das sieht natürlich auch witzig aus, wenn wir den Kapitän filmen, während er mit einem bayrischen Bierkrug mit Passagieren anstößt. Dabei sieht man ja nicht, was im Krug ist. Ganz anders ist das bei unseren Getränken. Wir nutzen die Freigetränk-Aktion immer, um uns einfach Wasser zu bestellen. Schließlich sind wir in Schrift und Film auch im Dienst. Nur bei uns sieht man in den durchsichtigen Gläsern, was wir trinken. Und wie es sich für die Normale-Attitüde gehört (= alles kritisieren oder kommentieren, was von weniger als 75 Prozent der anwesenden Menschen getan wird) erhalten wir direkt die passenden Kommentare dazu: „Was ist das denn für ein Bier?“, zum Beispiel. Wir antworten dann zum Beispiel: Vodka, wir mögen lieber die klaren harten Sachen.


Alkohol brauchen wir an diesem Seetag gar nicht, denn die See ist wunderbar ruhig. Spiegelglatt. Die Sonne glänzt auf dem Wasser. Ab und zu drückt das Schiff kleine, lang gezogene Wellen von sich herab, die langsam gen Horizont rollen. Bei diesen Voraussetzungen könnten wir stundenlang an Deck bleiben und einfach nur aufs Meer blicken. Es gibt auch Seemänner, die große Wellen vermissen, wenn alles langweilig ruhig ist. Dazu zählen wir nicht. Wir sind dann lieber keine großen Seemänner. Sondern nur kleine.

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