Encaustic im südchinesischen Meer, 75. Tag

7. September 2011
Ein postkartengroßes Encaustic-Bild
Ein postkartengroßes Encaustic-Bild

Ein postkartengroßes Encaustic-Bild

Wenn das Wetter an Seetag nicht so gut ist, ist an Bord für Zerstreuung gesorgt. Draußen ist es noch immer kühl und grau, deswegen üben wir uns in kreativer Wachsmalerei. Encaustic heißt diese Kunst, mit der die Lektoren Ute und Hubert Hoffmann den Kreuzfahrtpassagieren die Seetage etwas farbenfroher gestalten. Man nehme eine weiße Karte Hochglanzpapier, Wachs und ein Bügeleisen. Man schmelze das blaue, rote oder grüne Wachs-Material auf dem kleinen Bügeleisen und ziehe eine Schicht über das Blatt. Man wiederhole dies mehrmals mit verschiedenen Farben und verfeinere diese bunten Blöcke mit gekonnten Eisenbewegungen.


Fertig ist das kleine Kunstwerk, wohlgemerkt die Anfängerversion. Mit verschiedenen Techniken lassen sich dann Werke erstellen, die wie gedruckt aussehen – nur dass sie sogar eine deutlich fühlbare Struktur haben. Mit der Spitze oder den seitlichen Rundungen des Bügeleisens lassen sich zum Beispiel Äste oder Gräser in das Wachsbild ziehen. Mit einem kleinen korkengroßen Schwamm kann man auf geschickte weiße einen Bambus zaubern. Kurz aufdrücken, dann wieder ziehen, kurz aufdrücken, wieder ziehen. So entstehen die einzelnen Bambuselemente – die sofort täuschend echt aussehen. Mit diesen und anderen Hilfsmitteln lassen sich abstrakte Muster oder pittoreske Landschaften schaffen. Die Musterbeispiele der Profis sehen wirklich aus wie frisch aus der Druckerei, sind aber wirklich nur Ergebnis der Wachsbearbeitung mit dem Bügeleisen. Das Ergebnis unserer ersten Bemühungen entspricht eher einem postmodernen Farbspektakel. Aber es ist ein Anfang und eine willkommene Entführung in eine bunte Welt an einem grauen Seetag!

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